Was ein All-you-can-Eat Asia Restaurant und das Buffet des Lebens gemeinsam haben 

Ein Sonntagsgedanke

Gestern war ich bei minus fünf Grad stundenlang draußen.
Bestes Wetter zum Brombeeren- und Hecke roden, zum Zurückschneiden.
Auch im Winter gibt es viel zu tun.
Abends saß ich schließlich sehr hungrig beim All-you-can-eat Asiaten.

Mit einem Glas gekühltem Weißwein,
einer kleinen gefüllten Schüssel.
Stäbchen in der Hand.

Ich habe mir bewusst ausgewählt, was ich essen möchte,
kleine Portionen genommen
und mich durchgetestet.
Gekaut. Geschmeckt.

Und dabei das Gewusel um mich herum beobachtet.

Menschen aller Altersstufen mit übervollen Tellern.
Verschiedene Gerichte über- und nebeneinander.
Gedränge. Alles gleichzeitig.
Hauptsache viel – nur nicht zu kurz kommen.

Am Tisch wird wahllos Essen in sich hineingeschaufelt,
nebenbei aufs Smartphone geschaut.
Gemeinsames Essen – ohne Gemeinsamkeit.

Und: nichts wirklich genossen.

Plötzlich dachte ich:
Das ist irgendwie wie im Leben.

So viele Möglichkeiten.
So viel Angebot – im Buffet des Lebens.

Und oft diese Gedanken:
Je mehr, desto besser.
Ich komme zu kurz.
Ich muss schneller sein als die anderen,
sonst gehe ich leer aus.

Was ist, wenn jemand anderes mehr hat als ich?
Etwas Besseres? Etwas Richtigeres?

Wir stopfen in uns hinein, was wir bekommen können.
Konsumieren unbewusst so viel, wie wir irgendwie schaffen –
egal, ob es uns guttut oder nicht.
Ob wir es brauchen oder nicht.

Wir versuchen damit, kurzzeitig etwas zu füllen.
Und was dabei entsteht, ist genau das:
Leere.

Vor dieser Leere laufen wir weg.
Weil sie sich schwer aushalten lässt.

Wir versuchen sie zu füllen –
und verschlimmern damit oft genau das,
wovor wir eigentlich fliehen.

Dabei geht so leicht verloren,
was uns wirklich nährt.

Vielleicht braucht es manchmal nur eine kleine Schüssel,
statt eines überquellenden Tellers
mit Möglichkeiten und Dingen,
die wir nur mitnehmen,
weil wir Angst haben, etwas zu verpassen
oder weil die anderen mehr haben könnten.

Manchmal ist weniger mehr.
Mehr Achtsamkeit.
Mehr Genuss.
Mehr bei sich sein.

Das wünsche ich dir von ganzem Herzen!

Kommentar verfassen

Nach oben scrollen